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DIVE INTO FLOWERS – Text by Elliot Krasniewskie (english version)
DIVE INTO FLOWERS – Text von Elliot Krasniewskie (deutsche Version)

THE BUTTERFLY EFFECT – Text by Elliot Krasniewskie (english version)
THE BUTTERFLY EFFECT – Text von Elliot Krasniewskie (deutsche Version)

Robert Dämmig CV

 

 

 

DIVE INTO FLOWERS
Robert Dämmig—known for his large-format, strictly composed architectural photos as well as a series depicting abandoned rooms, and naturally the work series SWING in which he combined views of rooms with precisely detailed images of human body parts—began this series of plant photographs in 2010, inspired by photo pioneers such as Imogen Cunningham, Karl Blossfeld and Robert Mapplethorpe.
While the first pictures were taken in free nature, the studio increasingly formed the focal point of his work during the course of the series. It is here that he installed a cube of non-reflecting glass filled with water, mounted on a tripod and positioned in front of a black background.
Dämmig then installed a variable lighting environment around the tank which could be altered according to need. The object was positioned centrally and flexibly in the water of the tank. Only the camera’s film plane was fixed parallel to the cube. Originally conceived as a purely experimental set-up, the installation developed into a permanent and inspirational working environment during the course of the series.
Under water objects appear to move freely in space. Robert Dämmig succeeds in transposing them to a new perceptual sphere by cutting out details, emphasising colours, generating a cosmic choreography with the refraction of light through water and glass. The plants thus display their auratic physicality, transparency and lightness. It is the staging of a dance.
An abyss also resonates in these motifs. The flowers in the perfection of their natural beauty as symbols of the transience of human exis- tence—the brief moment of illumination and overwhelming radiance before the light is completely extinguished. Dämmig succeeds in excluding everything tritely decorative from the photographs. In the process the artist consciously undermines the rigidly cemented clichés of perception and localisation. Extreme cropping, the play with sharp and soft focus, multiple exposures, an experimental lighting, unusual angles and a strict pictorial composition are the photographer’s stylistic devices.
Elliot Krasniewskie, Junior Curator
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DIVE INTO FLOWERS
Robert Dämmig, bisher bekannt für seine großformatigen und streng komponierten Architekturaufnahmen, ebenso für seine Serie ver- lassener Räume und natürlich für die Werkserie SWING, in der er Raumausblicke mit präzisen Detailaufnahmen menschlicher Körperteile kombiniert, hat, inspiriert durch Fotopioniere wie Imogen Cunningham, Karl Blossfeld und Robert Mapplethorpe, mit der Werkserie der Pflanzenbilder im Jahr 2010 begonnen.
Wurden die ersten Aufnahmen noch in freier Natur realisiert, so entwickelt sich im Verlauf der Arbeit das Atelier mehr und mehr zum Zentrum dieser Serie. Dort installierte er einen Glaskubus aus entspiegeltem Glas, der auf einem Stativ stehend und mit Wasser gefüllt vor einem schwarzen Hintergrund positioniert wurde.
Um das Becken herum installierte Dämmig eine variable Lichtsituation, die je nach Anforderung verändert werden konnte. Das Objekt wurde mittig und flexibel unter Wasser im Becken positioniert. Einzig die Filmebene der Kamera wurde parallel zum Kubus fest fixiert. Ursprünglich als rein experimenteller Versuchsaufbau im Atelier gedacht, wird diese Installation zur festen und inspirativen Arbeits- situation innerhalb der Werkserie.
Unter Wasser bewegen sich die Objekte scheinbar frei im Raum. Robert Dämmig schafft es, diese in eine neue Sphäre der Wahrnehmung zu führen, in dem er Details herausschneidet, Farbigkeiten betont und mit den Brechungen des Lichts durch Wasser und Glas einen kos- misch-inszenatorischen Raum schafft. Die Pflanzen zeigen so eine auratische Körperlichkeit, Transparenz und Leichtigkeit. Es ist die Inszenierung eines Tanzes.
Abgründiges schwingt mit in diesen Motiven. Die Blüte in ihrer natürlich-perfekten Schönheit als Sinnbild für das Flüchtige der mensch- lichen Existenz – es ist der Moment des kurzen Aufleuchtens und alles Überstrahlens vor dem völligen Verlöschen. Dämmig gelingt es, alles Banal-Dekorative aus den Aufnahmen zu bannen. Der Künstler unterläuft dabei ganz bewusst die fest zementierten Klischees von Wahrnehmung und Verortung. Extreme Anschnitte, das Spiel mit Schärfe und Unschärfe, Mehrfachbelichtungen, eine experimentelle Lichtführung, ungewohnte Blickwinkel und eine strenge Bildkomposition sind die Stilmittel des Fotografen.
Elliot Krasniewskie, Junior Curator
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THE BUTTERFLY EFFECT
Robert Dämmig stellt in dieser Werkserie eine Kreatur in den Vordergrund, welche durch ihre Vielgestaltigkeit in Form, Farbe und Struktur zwingend Aufmerksamkeit auf sich zieht – den Schmetterling. Der Fotograf greift ein Sujet auf, welches seriös-bildnerisch als ausgereizt gelten kann. Und doch gelingt es ihm, diesem Thema vollkommen neue Facetten abzugewinnen. Der Titel der Werkserie, „the butterfly effect“, verweist auf die Unvorhersehbarkeit und Fragilität unserer Existenz, deren Richtung sich plötzlich und jederzeit ändern kann, im Privaten, wie im Gesellschaftlichen.
Dämmig positioniert die Objekte, erzeugt eine fiktive räumliche Wirkung und verlässt die von der Natur vorgegebenen Maße und ver- größert bildfüllend. Dämmig dekliniert in der „one color series“ und der „black series“ die verschiedensten Varianten und Wirkungen. Farbigkeiten finden dort immer einen direkten Bezugspunkt zum Objekt und bilden dadurch eine kompositorische Einheit, die nahe am Ikonografischen ist, vergleichbar mit den variierten Porträts und Alltagsgegenständen in der Pop-Art.
Dieses Prinzip bricht Dämmig dann noch einmal in faszinierender Weise in der „collage series“. Dabei belässt er das Objekt im Vorder- grund, entzieht ihm den monochromen Hintergrund und lässt auch Positionsveränderungen zu. Er baut Szenarien, schichtet Zeit in Form digital collagierter Fotografien. Dämmig entwickelt eine Bilddramaturgie, in der der Schmetterling eine dynamische und gleichzeitig verbergende Funktion hat. Er inszeniert die Individualität des Schmetterlings, der dadurch Teil des Geschehens im hinteren Bildraum wird. Es entsteht eine narrative Situation, die aber vollkommen frei von thematischen Wegweisungen bleibt, sondern vielmehr auf die innere Verfasstheit des Betrachters zielt.
Die digitalen Zeit-Schichtungen Dämmigs sind so komplex wie einfach. Reicht ihm manchmal ein einziges Motiv, so konstruiert er in anderen Situationen ein fast schon nicht mehr durchschaubares Gewebe. Das verwendete Fotomaterial umfasst zwei Komplexe, mit denen sich der Künstler in Permanenz beschäftigt. Zum einen ist das seine eigene fotografische Arbeit, die neben seinen Architektur-, Raum-, Körper- und Pflanzenbildern auch ein Archiv wichtiger und bisher unveröffentlichter Fotos hat entstehen lassen. Das geht vom klassischen Schnappschuss bis zur aufwendig auskomponierten Fotoarbeit.
Zum anderen spielt eine umfangreiche fotografische Sammlung historischer bis neuerer Dias eine wesentliche Rolle. Weitestgehend aus dem privaten Umfeld stammend, sind dort eher banale Motive zu finden – Bergpanoramen, unscharfe Porträts, Urlaubsbilder. Einen wichtigen Teil dieser Sammlung bilden die sogenannten „Bildstörungen“, Dias, die, weil unsachgemäß gelagert oder einfach vergessen, Spuren der Zerstörung, des Verschwindens tragen.
Elliot Krasniewskie, Junior Curator
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THE BUTTERFLY EFFECT
In this work series Robert Dämmig focuses on a creature, which thanks to the diversity of its forms, colour and structure, forcefully draws our attention—the butterfly. Here the photographer tackles a subject whose serious pictorial representation can largely be con- sidered exhausted. Nevertheless, he succeeds in uncovering completely new facets of this theme. The title of the work series “the butterfly effect”, refers to the unpredictability and fragility of our existence, whose direction can change suddenly and at any time, both privately and socially.
Dämmig positions the objects, creating a fictive spatial effect, abandoning the natural scale of things and enlarging to fill the picture frame. In the “one color series“ and the “black series” Dämmig expounds a diversity of variants and effects.
Here colours always stand in a direct relation to the object, forming a compositional unity closely related to the iconographic, compa- rable to the portrait variations and everyday objects of Pop Art.
Dämmig then goes on to break with this principle in a fascinating manner in the “collage series“. Although the object remains in the foreground, he now removes the monochrome background as well as permitting changes in position. He constructs scenarios, layering time in the form of digitally collaged photographs. Dämmig develops a pictorial dramaturgy in which the butterfly simultaneously has a dynamic and a concealing function. He stages the individuality of the butterfly, which as a result becomes part of the events in the rear image space. This results in a narrative environment which is nonetheless free from thematic signposts, targeting instead the inner state of the viewer.
Dämmig’s digital time layers are as complex as they are simple. Sometimes a single motif is sufficient, while in other situations he constructs a virtually impenetrable web. The photo material employed encompasses two complexes which the artist engages with continually. On the one side his own photographic work, which in addition to his architectural, room, body and plant pictures also com- prises an archive of important and previously unpublished photos. These range from classic snapshots through to elaborately composed photographic works.
On the other, an extensive collection of historic and modern slides play a decisive role. Largely originating from the private sphere, they consist of banal motifs such as mountain panoramas, out-of-focus portraits, holiday pictures. An important part of this collection con- sists of the so-called “Bildstörungen” (English: distorted images), pictures which due to incorrect storage or simple abandonment bear the traces of destruction and disappearance.
Elliot Krasniewskie, Junior Curator
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Robert Dämmig

1966 – geboren in Riesa (Sa.)
1990 – 1992 Arbeit als Musiker in Deutschland, Frankreich, Schweiz
1993-2002 – Jazz- und Rockmusiker, Tourneen durch Europa, LP- und CD-Produktionen
2002 / 2003 – Ausstellungsbeteiligungen Rostock, Berlin
2004 – Art Festival OPEN DOORS open eyes, Bordeaux raum5 Galerie, Berlin, Gruppenausstellung
2002 – 2006 Arbeitsaufenthalte Spanien, Portugal, Ungarn, Polen, Tschechien, Schweiz, Slowenien, Griechenl
2005 – erste Soloshow PHAENOMENE, raum5 Galerie, Berlin (K) Kunstmesse Berliner Liste
2006 – 3. Berliner Kunstsalon, Arbeitsaufenthalt Fotografie Ahrenshoop, MV
Beginn der Fotoserie grids I structures I spaces, raum5 Galerie, Berlin, Gruppenausstellung
2007 – Kunstverein Rostock, Galerie am Markt
grids I structures I spaces, raum5 Galerie, Soloshow (K)
Kunstverein Husum, Liste Köln, Die Kunstmesse in den Rheinparkhallen
2008 – Beginn der Arbeit an fotografischen Diptychien unter dem Titel Swing
Galerie im Malzhaus, Kunstverein Plauen, Plauen (Vogtl.)
Swing, raum5 Galerie, Berlin, Gesellschaft für Bildende Kunst, Trier
5. Berliner Kunstsalon, Soloshow
2009 – Arbeitsaufenthalte Polen, Spanien, Kanada, USA
Rock City Scape, Kunstverein Celle, Schloß Celle (K)
Rock City Scape, Kunstverein Neckar-Odenwald
2010 – Beginn der Arbeit an der Serie Dive Into Flowers
OSTRALE 2010, Dresden, Festival für zeitgenössische Kunst
2011 – OSTRALE 2011, Dresden, Festival für zeitgenössische Kunst
Heilige Haine der Kunst, Kunstverein Landau(Pfalz), Villa Streccius
2012 – Ausstellung Zeitkunstgalerie, Halle/Saale
rocks and plants, Kunstverein Großburgwedel/Isernhagen
2013 – Fotoprojekt für edel Classics, Museumsprojekte
2014 – Ausstellungsbeteiligungen, Arbeitsaufenthalte USA, Kanada, Spanien, Russland
2015 – Start Fotoprojekt the butterfly effect, Arbeitsaufenthalt Portugal, Spanien, Naher Osten
Fotoprojekt für edel Classics, Museumsprojekte lebt und arbeitet in Berlin und Ahrenshoop, MV
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